Kanaren (Tenerife & El Hierro) 2013

Im Herbst 2013 verbrachten wir zwei Wochen auf zwei Inseln der Kanaren; Tenerife und El Hierro. Die Tier- und Pflanzenwelt dieser abgelegenen Inselwelt ist nicht sehr artenreich, fasziniert aber durch einige endemische, das heisst nur hier vorkommende Arten. Die kanarischen Eidechsen und die Kakteen ähnelnden Euphorbien seien hier als typische Beispiele von Endemismus auf Inseln aufgeführt. Auf Schritt und Tritt wird einem der vulkanische Ursprung der Kanaren bewusst. Bizarre Felsformationen und erstarrte Lavaströme bieten fantastische Fotomotive.

Teide

Der Pico del Teide ist mit einer Höhe von 3'718 m die höchste Erhebung auf den kanarischen Inseln und der höchste Berg Spaniens. Der Teide und seine wüstenähnliche Umgebung gehören zum UNESCO-Weltnaturerbe und liegen in einem rund 190 Quadratkilometer umfassenden Nationalpark.

Echsen

Ein auffälliges Faunenelement der Kanaren stellen die endemischen Eidechsen der Gattung Gallotia dar. Es gibt auf den verschiedenen Inseln kleinere, recht häufige Arten, daneben aber auch grosswüchsige, schon fast an kleine Wara-ne erinnernde Eidechsen, die fast alle stark gefährdet sind und nur noch kleine Bereiche ihres ursprünglichen Lebens-raums bewohnen. Die sehr grosse Gallotia goliath wurde bereits von den Ureinwohnern der Kanaren ausgerottet. Ein-geschleppte Tierarten, vor allem Katzen, sowie die Lebensraumveränderung setzten auch anderen grosswüchsigen Arten sehr zu. So galt zum Beispiel die El Hierro-Rieseneidechse (Gallotia simonyi) bereits als ausgestorben. Sie wurde in einem unzugänglichen Steilhang wiederentdeckt und heute besteht ein Zuchtprogramm, um diese Rieseneidechse an geeigneten Stellen wieder ansiedeln zu können. Auf Gomera wird die ähnliche La Gomera-Rieseneidechse (Gallotia bravoana) ebenfalls durch ein Zuchtprogramm gestützt.

 

Neben den Gallotia-Eidechsen leben auf den Kanaren einige Gecko- (Tarentola) und Skinkarten (Chalcides).

Im Süden Tenerifes

Auf einem Ausflug in den Süden Tenerifes suchten wir die dort vorkommende Tenerife-Rieseneidechse (Gallotia in-termedia) leider vergeblich. In den oftmals wüstenähnlichen Küstengegenden bestaunten wir dafür die unterschied-lichen Euphorbienarten, die teilweise an Kakteen aus den südlichen USA oder Mexico erinnern und den kargen Land-schaften einen "Wild-West-Touch" verleihen.

El Sabinar

Ganz im Westen von El Hierro liegt der Wald von El Sabinar. Vom ursprünglich ausgedehnten Wald stehen allerdings in der ausgetrockneten Landschaft nur noch vereinzelte knorrige Wacholderbäume (Juniperus phoenicea). Durch die vorherrschende Windrichtung wachsen diese Bäume in den unglaublichsten Formen mit dem Wind (Drehwuchs).

Fiesta San Simón

Neben der nur alle vier Jahre stattfindenden Bajada zu Ehren der Virgen de los Reyes finden auf der Insel alljährlich auch verschiedene kleinere Prozessionen statt wie beispielsweise des Patronatsfest San Simón in Sabinosa, welchem wir am 26. Oktober 2013 beiwohnen durften. Es ist beeindruckend, dem Umzug aus Pfeifern, Trommlern, Tänzerinnen und Tänzern zu folgen. Schon die Kleinsten nehmen an diesem traditionellen Fest teil und werden entsprechend mit denselben Trachten wie die Erwachsenen eingekleidet. Nach Abschluss der Prozession findet auf dem Dorfplatz ein grosses Volksfest statt, zu dem auch wir Touristen herzlich eingeladen waren. ¡Muchas gracias, Sabineros!

El Hierro-Impressionen

El Hierro mit seiner kargen, oft fast abweisenden Natur und seinen kleinen, an den Hängen klebenden Dörfern hat ei-nen ganz besonderen Charme. Überall offenbart sich der teilweise noch aktive Vulkanismus. Kleine Vulkane ragen all-enthalben aus der Landschaft, erstarrte Lavaflüsse mit einer unglaublichen Vielfalt an Formen und Farben faszinie-ren den Wanderer und steile Basaltfelsen, an welche die Brandung des Atlantiks donnert, prägen die Küsten der kleinsten Kanareninsel.